Wohngebietsentwicklung 'Am Heidenkopf' Saarbrücken

  • Auslober

    Landeshauptstadt Saarbrücken, GIU FM KD

  • Standort

    Saarbrücken

  • Partner

    architecture + aménagement s.a.

  • Verfahren

    Mehrfachbeauftragung

  • Jahr

    2018

  • Ergebnis

    2. Rang

Wohngebietsentwicklung 'Am Heidenkopf' Saarbrücken

2018, 2. Rang

  • Projektdaten
    • Auslober

      Landeshauptstadt Saarbrücken, GIU FM KD

    • Standort

      Saarbrücken

    • Partner

      architecture + aménagement s.a.

    • Verfahren

      Mehrfachbeauftragung

    • Jahr

      2018

    • Ergebnis

      2. Rang

    Leitbild

    Ziel des städtebaulichen Konzeptes „Am Heidenkopf“ ist es, hohe städtebauliche Qualität einhergehend mit einer hochwertigen landschaftsplanerischen Gestaltung unter größtmöglicher Wahrung der quartiersprägenden und naturräumlichen Gegebenheiten des Heidenkopfes zu schaffen.

    Städtebau

    Entsprechend der Topographie werden die Gebäude mit exzellenter Hauptausrichtung nach Süden gestaffelt. Auftakt hierzu ist das Bestandsgebäude der Wasserreinigungsanlage, das als Biergarten oder Café zur warmen Jahreszeit die Bewohner des Heidenkopfes und Gäste zum Verweilen einlädt. Richtung Hangkante schafft ein Quartiersplatz den Wechsel zwischen naturnahem Heidenkopf und der südlich angrenzenden Bebauung, wodurch eine prägnante Eingangssituation entsteht. Der Platz wird von Mehrfamilienhäusern räumlich gefasst. Von dort an Richtung Peter-Zimmer-Straße bietet der Städtebau eine typologische Vielfalt, welche Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser, sowie freistehende Doppel- und Einfamilienhäuser mit insgesamt 140 Wohneinheiten umfasst. Damit bietet der Entwurf ein vielfältiges Wohnangebot, welches bezahlbaren Wohnraum und gleichzeitig sowohl Einzimmerapartments, als auch Eigentumsmöglichkeiten für junge Familien umfasst, um der gewünschten Durchmischung des Quartiers Rechnung zu tragen. Daneben sind auch qualitativ hochwertige Wohnobjekte wie Penthousewohnungen und individuell gestaltbare freistehende Einfamilienhäuser möglich.

        Neben dem städtebaulichen Grundkonzept richtet sich ebenfalls die Erschließung konsequent an den topografischen Gegebenheiten aus. Die externe Erschließung des Gebietes wird über den südlichen Parkplatzbereich geplant und intern weitestgehend über verkehrsberuhigte Bereiche organisiert, welche sich entlang des Hangs einbetten. Die Erweiterung der Gebäudevorzonen über die Fahrbahnen hinweg ermöglicht den Anwohnern dabei die Inanspruchnahme und Nutzung dieser Bereiche. Der ruhende Verkehr für den Geschosswohnungsbau und der kleineren Mehrfamilienhäuser ist in Tiefgaragen vorgesehen. Für die Stellplätze, Entsorgung und zusätzliche Lagerräume der Reihenhäuser wird der Höhenunterschied zwischen den Gebäudereihen optimal genutzt und ermöglicht aufgrund dieser geschickt in den Hang integrierten „Carports“ eine bestmögliche Ausrichtung hinsichtlich der Besonnung und Blickmöglichkeiten der einzelnen Grundstücke. Somit können die Grundstücke optimal in mehreren Ebenen genutzt werden. Die Parkplätze der Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften finden auf den Grundstücken Platz. Dadurch wird ebenfalls eine Barrierefreiheit erreicht, die eine problemlose Erreichbarkeit nahezu aller Grundstücke sicherstellt.

        Aufgrund der heterogenen Umgebung mit Bauten in unterschiedlicher Körnigkeit wurde für das Plangebiet ein Ansatz gewählt, welcher die dichten Strukturen im Inneren zu den Rändern hin auflöst und im zentralen Bereich den öffentlichen Freiraum vorsieht, der begleitend mit Hochpunkten markiert wird. Diese Grünachse wird vom Heidenkopf ausgehend in Nord-Süd-Richtung orientiert. Sie erzeugt durch das Zusammenspiel von Topografie und Bebauung eine Folge von Pocketparks, die einerseits eine Reminiszenz an die, für Saarbrücken charakteristischen Treppenwege darstellt und gleichzeitig dazu dient, das Plangebiet zu entwässern. Die Parks sind Retentions- und Versickerungsflächen, Fußwegeverbindung, Treffpunkt, Spielplatz und gleichzeitig identitätsstiftend für die jeweilige Straße. Das Thema des Heidenkopfes wird durch einen größtmöglichen Erhalt der Baumstruktur unterstrichen, welche im Bereich des nördlich angrenzenden Parkplatzes unter Wahrung der Parkplatzanzahl noch verdichtet wird. Zudem wird durch den Quartiersplatz der Heidenkopf mit einer hochwertigen Platzsituation, als auch mit der temporären Nutzung der Wasserreinigungsanlage für alle aufgewertet. Durch die behutsame Integration der Baukörper, in Verbindung mit dem das Plangebiet umschließenden Waldsaum, werden keine Beeinflussungen auf die Nachbarbebauung erwartet. Die bestehenden und viel genutzten Wegeverbindungen des Heidenkopfes können erhalten werden.

          Detail Terrassierung

          Somit kann aus den Standortfaktoren der guten Erreichbarkeit (Stadt und Universitätsnähe), der exzellenten topografischen Exposition, einer hohen architektonischen und freiraumgestalterischen Qualität sowie einer behutsamen Integration in die Nachbarschaft ein neues, durchmischtes Quartier geschaffen werden, welches einen Ort darstellt, der von Bewohnern und Nachbarschaft gerne besucht wird und den Heidenkopf wieder für sie erlebbar macht.