Talweiher Birkenfeld

  • Auslober

    Stadt Birkenfeld

  • Standort

    Birkenfeld

  • Verfahren

    offener Realisierungswettbewerb

  • Jahr

    2017

  • Ergebnis

    Anerkennung

Talweiher Birkenfeld

2018, Anerkennung

  • Projektdaten
    • Auslober

      Stadt Birkenfeld

    • Standort

      Birkenfeld

    • Verfahren

      offener Realisierungswettbewerb

    • Jahr

      2017

    • Ergebnis

      Anerkennung

Plätze sind Kristallisationspunkte der Kommunikation, der Kultur und des sozialen Lebens. Ihr öffentlicher Raum prägt die Identität des Ortes und fördert die Identifikation der Bürger mit „ihrem Mittelpunkt“. Das bedeutet, sich an vertrauten Räumen, Plätzen und Funktionen zu orientieren, die Morphologie des öffentlichen Raumes zu erfassen sowie die traditionsverbundene Entwicklung des Ortes zu respektieren und gestalterisch zu würdigen.

Für die Gestaltung des Veranstaltungsplatzes „Talweiher“ bedeutet dies, die städtebaulichen, verkehrstechnischen und freiraumrelevanten Anforderungen zu einem Gesamtkonzept zusammenzuführen und dem Platzraum die Erlebnisvielfalt im täglichen Gebrauch zurückzugeben.

    Städtebauliche Grundidee

    Unser Konzept wird durch 5 wesentliche Maßnahmen getragen:

    Stadtbezug - Der Talweiher muss im städtebaulichen Kontext, zwischen Altstadt und Bildungseinrichtungen, betrachtet werden. Wichtige Wegeverbindungen werden zum Schulparcours bzw. Altstadtparcours zusammengefasst.

    Raumfolge - Der Platzraum wird in ein Platzzentrum und zwei flankierende Bereiche gegliedert. Zum neuen Kreisverkehr entsteht die Eingangssituation, das parkähnliche Entrée. Auf der Ostseite wird der neue Hotelkomplex als Raumkante platziert.

    Platzrahmen - Das Platzzentrum erhält eine konturgebende Fassung aus einem homogenen Belag, der die Straße ‚Am Talweiher‘ mit einbezieht. Zusätzlich rahmen Baumachsen den Platzraum.

    Verkehr – Die Straße ‚Am Talweiher‘ wird im Bereich des Platzes zu einer verkehrsberuhigten Zone umgebaut. Der Mobilitätsknotenpunkt wird mit den Funktionen Tourismus und Information verbunden.

    Vegetation – Der Platzrahmen wird zusätzlich durch Baumachsen betont. Baumtore markieren die Ein- und Übergänge zwischen der Altstadt und dem Talweiherplatz. „Birkenfelder“ als begrünte Schollen dienen als Filter entlang der Raumfolge.

      Die wiederentdeckte Freiraumvielfalt

      Die Zonierung und Schwerpunktbildung schafft Raum für vielfältige Freizeit- und Erholungsangebote. Neben der repräsentativen Aufwertung wird auch die Identifikation der Bewohner und die touristische Attraktivität erhöht. Entlang des Stillbaches werden durch den Wassererlebnisweg, die „Bachbalkone“ und die Sitznischen mit Picknick-Qualität verbunden und erschlossen. Hier erhält man zudem Verweise auf den Nationalpark Hunsrück und den Jakobsweg. Das Entrée mit dem Talweiher-Treff auf der Westseite ist von Dynamik, Bewegung und Begegnung geprägt, wohingegen die Birkenfelder im Bereich der Hotelanlage, Orte der Ruhe, Entschleunigung und Kontemplation darstellen (Lesegarten).

      Materialität und Ausstattung

      Der neue barrierefreie Platzteppich ist geprägt von Robustheit, Eleganz und Zeitlosigkeit. Ein unregelmäßiger Reihenverband aus graumelierten Betonpflasterplatten bildet die homogene Grundlage des Marktplatzes. Eingefasst wird dieser Teppich von dem monolithischen Platzrahmen aus Colorasphalt. Die aus Betonfertigteilen eingefassten „Birkenfelder“ werden mit Holzintarsien der regionalen Holzindustrie ausgelockert. Ferner werden die Felder mit Hunsrück-Quarzitpflaster aus dem nahegelegenen Steinbruch umpflastert.

      Für Markt- und Festtage sind Wasser- und Stromentnahmestellen in ausreichender Anzahl vorgesehen. Ein WLAN-Hot-Spot sorgt zu gewünschten Tageszeiten für eine zusätzliche Belebung des Platzes. Eine Maibaum- oder Weihnachtsbaumhülse wird auf der östlichen Platzhälfte verortet.

      Die Platztiefe und Platzbreite erfordern eine ausdrucksstarke flankierende Beleuchtung. Dazu werden großformatige Lichtmasten mit Strahlerbestückung in den Randbereichen vorgesehen. Durch Ihre leicht nach innen geneigten Mastenden ermöglichen sie eine verlustfreie und verkehrssichere Ausleuchtung. Zusätzlich werden die „Birkenfelder“ und die Baumtore, mit vandalismussicheren Bodenstrahlern akzentuiert. Auch der neue Pavillon erhält eine indirekte Effektbeleuchtung.

           
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