Mehrfachbeauftragung „Saarpark" Merzig

  • Auslober

    Stadt Merzig

  • Standort

    Merzig, Saarland

  • Partner

    Rogmann Ingenieure, IBZ Ingenieure, Tobias Link Lichttechnik

  • Verfahren

    Mehrfachbeauftragung

  • Jahr

    2015

  • Ergebnis

    1. Preis

Mehrfachbeauftragung „Saarpark" Merzig

2015, 1. Preis

  • Projektdaten
    • Auslober

      Stadt Merzig

    • Standort

      Merzig, Saarland

    • Partner

      Rogmann Ingenieure, IBZ Ingenieure, Tobias Link Lichttechnik

    • Verfahren

      Mehrfachbeauftragung

    • Jahr

      2015

    • Ergebnis

      1. Preis

Das „Merziger Becken“ besetzt in der regionalen Topographie des Oberen Saartals einen bedeutenden Ort in der saarländischen Kulturlandschaft. Eingebunden in die beidseitig ansteigenden Höhen des Saargaus, profitiert die Kreisstadt Merzig von ihrer Lage in der Flusslandschaft und entspricht damit weitestgehend dem romantischen Idealbild der Natur- und Kulturlandschaft. Die kleinbäuerliche Bewirtschaftung des Umlandes, die weitreichenden Hänge der Streuobstwiesen sowie die bewaldeten Höhenrücken prägen den über 80 %igen Grünflächenanteil der Kreisstadt.

Um ihr Profil als aktive Kultur- und Freizeitstadt zu befördern, soll die Parklandschaft mit der Stadtlandschaft funktional und städtebaulich verbunden werden.

    Städtebauliches Gesamtkonzept

    Unser Gesamtkonzept basiert auf der städtebaulichen Vernetzung der vielfältigen Stadt- und Landschaftsräume und der Profilschärfung des hybriden Freiraumcharakters. Während auf der Ostseite - im Stadtpark - die traditionsverbundenen Werte eines Parkraums im Vordergrund stehen, werden auf der Westseite - im Freizeit- und Sportpark - die über Jahre hinweg fehlgeleitete Bau- und Infrastrukturentwicklung mit maßvollen Eingriffen neu geordnet. Wesentlich dabei ist, dass vorhandene bauliche Gegebenheiten integriert werden, ohne sie mit unverhältnismäßigem Mitteleinsatz neu aufzubauen (z.Bsp. Integration der vorh. Verkehrsflächen).

    Dieser Maxime folgend, soll sich die Erlebniswelt der Westseite mit einer gliedernden Grundstruktur weiter maßvoll entwickeln können. Sport- und freizeitaffine Nutzungen werden im Bereich des umlaufenden Parcours neue Baufelder aktivieren können. So kann auf Investorenanfragen flexibel reagiert werden. Der Stadtpark auf der Ostseite soll sich zu DER grünen Visitenkarte der Kreisstadt entwickeln. Die Potenziale sind aufgrund seiner Großzügigkeit, seines wertvollen Baumbestandes und der Nähe zum Stadtzentrum und der Flusslandschaft gegeben.

        Die Zäsuren des Flussraumes und der Verkehrsinfrastruktur (Saar, B51, Banhdamm) werden vollständig barrierefrei von der Innenstadt in die Kulturlandschaft überwunden. Die neue Fuß- und Radbrücke ist dabei das entscheidende Element, um die autark gewachsenen Stadt-und Landschaftsräume miteinander verbinden zu können. Dabei soll die Brücke nicht nur als ein Verkehrsobjekt interpretieren werden, sondern als das Bindeglied zwischen Tradition und zukunftsgerichteter städtebaulicher Entwicklung.

        Der Stadtpark

        Der kontemplative Nutzungscharakter des Stadtparks wird in unserem Konzept konsequent gestärkt. Ergänzend zur Saline, dem Brunnen und dem teils historischen Baumbestand werden Nutzungen wie der Lesegarten oder ein Musikpavillon für matinee‘s und soiree‘s vorgeschlagen. Die Wegebeziehungen bleiben größtenteils erhalten und werden lediglich mit Anbindungen an neue Nutzungen ergänzt. Die Stadthalle wird stärker in den Parkcharakter eingebunden.

        Die zusätzliche Reaktivierung der ehemaligen Bunkeranlage zum neuen Stadtpark-Café schafft neben einem neuen Ausflugsziel auch einen veritablen Anknüpfungspunkt der ankommenden Brücke. Die außen liegenden Terrassen bieten der Gastronomie auf zwei Ebenen genügend wirtschaftliches Potenzial. Der integrierte Personenaufzug garantiert die Barrierefreiheit, während der sich anschließende Baumwipfelpfad die stufenlose Option in den Stadtpark bietet. Vom aufgeständerten Pfad werden Sichtbeziehungen zum Seffersbach freigelegt. Für den Übergang in die Innenstadt/ Fußgängerzone wird die Furt am Bahndamm in Höhe des historischen Halfenhauses aufgewertet. Der Platz am Halfenhaus wird ausgebaut, sodass die städtebauliche Wirkung eines Stadteingangs auf den Straßenraum ausstrahlen kann.

            Der Sport- und Freizeitpark

            Der Bereich um den Merziger Hafen hat unter den ungeordneten Entwicklungen gelitten. Baumaßnahmen und Flächennutzungen der jüngeren Vergangenheit wurden ohne erkennbare Rahmenplanung hinzugefügt. Die Einbindung der Fuß- und Radbrücke macht es nunmehr möglich die Brückenachse zu einem umlaufenden Parcours fortzusetzen und damit einen einheitlichen Erschließungsring durch das Areal zu legen. Die Einheitlichkeit ergibt sich durch das durchgängige Straßenraumprofil, den Belag und die begleitende kleinkronige Kirschenallee. Auf dem Parcorus werden motorisierte und nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer nach dem shared-space-Prinzip gleichberechtigt geführt. Ausgehend von dem neuen Parcours werden auch flankierende Baufeldpotentiale aktiviert. Für Reisegruppen sollen zukünftig Buswarteplätze eingerichtet werden.

            Ein intelligentes Erdmassenmanagement macht es möglich, die wiederverwertbaren Aushubmassen des Kiesabbaus für die abwechslungsreiche Modellierung des Natursees zu nutzen. Ausgedehnte Wiesenflächen – die „Saarwiesen“ – offerieren informelle Freizeitangebote abseits des kommerziellen Freizeitvergnügens. Naturerlebnisse im Abenteuer-Lehrpfad sollen Familien und Kindern zur Verfügung stehen. Das Grillen und Picknicken am neuen Saarstrand - „La Plage“ - wird an dafür eigens eingerichteten Stationen zugelassen.

              Die Brücke

              Die Verbindung der beiden Uferseiten und der jeweiligen Teilräume wird wesentlich durch die Trassenführung der neuen Brücke beeinflusst. Unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen und Zwangspunkte (Lichtraumprofile, Hydraulik, Hochwassersicherheit, Durchfahrtshöhen, etc.) ergibt sich eine Ideallinie zur Ausrichtung des Brückenverlaufs. Durch die ergonomische Verbindung der beiden erforderlichen Bögen (Saar und B51) ergibt sich eine bewegte und von Dynamik geprägte Form.

                  Entsprechend den zu überquerenden Hauptverkehrswegen gliedert sich der Brückenentwurf in 3 Teile: - die Vorlandbrücke, die „Merziger Welle“ (Brücke über die Saar) und den Baumwipfelpfad. Die Saar als Bundeswasserstraße und die östlich parallel liegende Bundesstraße werden durch jeweils ein Bogentragwerk überspannt. In den westlich anschließenden Vorlandbe-reichen und im Bereich des Stadtparks kommen Balkentragwerke auf Einzelstützen zur Ausführung

                        Das Lichtkonzept

                        Die Lichtkonzeption der neuen Brücke schafft eine verkehrstaugliche Allgemeinbeleuchtung, deren Wirkungsweise durch eine homogen leuchtende Kontur akzentreich verstärkt wird. Zudem schafft sie eine wahrzeichenbetonende und akzentreiche Ausleuchtung der Brücke. Hierzu wird die sprichwörtliche „Merziger Welle“ mit einer indirekten Lichtkontur versehen. Diese zeichnet sie in der Nacht heraus und lässt sich auf Wunsch farbdynamisch steuern.