Umfeldgestaltung der ehemaligen Hohenburgschule in Homburg

  • Auftraggeber

    Kreis- und Universitätsstadt Homburg

  • Planungsumgriff

    ca. 4.500 m²

  • Vergabeart

    1. Preis im Wettbewerb 2023

  • Projektstart

    2024

  • Fertigstellung

    geplant für 2026

  • Leistung

    LPH 1-9

Umfeldgestaltung der ehemaligen Hohenburgschule in Homburg

  • Projektdaten
    • Auftraggeber

      Kreis- und Universitätsstadt Homburg

    • Planungsumgriff

      ca. 4.500 m²

    • Vergabeart

      1. Preis im Wettbewerb 2023

    • Projektstart

      2024

    • Fertigstellung

      geplant für 2026

    • Leistung

      LPH 1-9

Die ehemalige Hohenburgschule in Homburg hat eine lange und vielseitige Nutzungsgeschichte – vom Militärlazarett über ein Waisenhaus bis hin zum Schulgebäude (1823–2007). Heute befinden sich im Erdgeschoss Einrichtungen wie die Volkshochschule, die Akademie für Ältere sowie kulturelle Vereine.

Das direkte Umfeld der Schule ist derzeit stark versiegelt und wird überwiegend als Parkplatz genutzt. Es fehlt an Aufenthaltsqualität, gestalterischer Identität und städtebaulicher Anbindung an die nahe gelegene Innenstadt.

Mit der geplanten Sanierung der Hohenburgschule zu einem modernen Kulturstandort – inklusive Bibliothek, Jugendcafé und Veranstaltungsräumen – bietet sich nun die Chance, auch die Außenflächen umfassend zu erneuern und sie zu einem offenen, lebendigen Stadtraum umzugestalten.

Ideenfindung

Im Jahr 2023 wurde im Rahmen eines Wettbewerbs ein Gestaltungskonzept für das Außengelände der Hohenburgschule entwickelt. Ziel war es, einen zukunftsgerichteten, sozial inklusiven und ökologisch nachhaltigen Stadtraum zu schaffen, der sowohl die bestehende Bebauung berücksichtigt als auch die geplante kulturelle Nutzung sinnvoll ergänzt.

Das beauftragte Büro HDK Dutt & Kist – Landschaftsarchitekten und Stadtplaner – entwickelte ein vielseitiges Konzept, das aus mehreren ineinandergreifenden Raumtypen besteht. Die Idee war, ein lebendiges Mosaik unterschiedlicher Freiräume zu gestalten, das Aufenthalts-, Bewegungs- und Nutzungsangebote für verschiedene Alters- und Bevölkerungsgruppen bietet. Dabei wurden auch ökologische Gesichtspunkte wie Regenwassermanagement, Entsiegelung und Biodiversität konsequent mitgedacht.

Wichtige Elemente des Konzepts sind unter anderem:

  • die Schaffung klarer Wegeverbindungen zur Innenstadt und angrenzenden Stadtquartieren,
  • die Einrichtung von Grünräumen und Spiel- bzw. Bewegungsflächen,
  • die Integration kultureller und gärtnerischer Angebote,
  • die Erhaltung und Ergänzung von Baumbestand und Pflanzenvielfalt,
  • sowie der behutsame und nachhaltige Umgang mit bestehenden Materialien durch Wiederverwendung und Recycling.

Bereits in der Ideenfindung wurden lokale Akteure wie Nutzergruppen der VHS, kulturelle Einrichtungen und Bürger*innen mit einbezogen. Erste Beteiligungsveranstaltungen fanden statt, und es erfolgte ein konstruktiver Austausch über Bedürfnisse, Wünsche und Ideen für die künftige Nutzung der Freiflächen.

Planungsphase

Im Zuge der konkreten Entwurfsplanung wurde das Konzept weiterentwickelt und detailliert ausgearbeitet. Auf einer Fläche von rund 4.500 m² entstehen bis Ende 2026 unterschiedliche Themenräume mit hoher Aufenthaltsqualität, sozialer Nutzbarkeit und ökologischer Funktion.

Der Campo Sportivo – Multifunktionsfläche für Bewegung und Kultur

Das Herzstück der neuen Freianlagen ist der sogenannte Campo Sportivo: Eine abgesenkte, barrierefrei erreichbare Multifunktionsfläche, die mit Mini-Fußballtoren, Basketballkörben und einem farbigen EPDM-Belag ausgestattet wird. Neben sportlichen Aktivitäten soll der Platz auch kulturell genutzt werden können, z. B. für Aufführungen des Theatervereins oder Open-Air-Veranstaltungen.

Der Belag des Platzes ist wasserdurchlässig und wird Teil eines innovativen Regenwassermanagements: Niederschläge versickern direkt und werden über eine Zisterne und eine Rigolenanlage gesammelt. Überschüssiges Wasser fließt kontrolliert ab, was die Kanalisation entlastet.

Patio Culturale – Ein Ort zum Lesen, Treffen und Verweilen

Zwischen Sporthalle und Hohenburgschule entsteht ein großzügiger Holzpodestbereich mit integrierter öffentlicher Bücherwand. Besucherinnen können hier verweilen, lesen oder sich treffen. Ein Platanenbestandsbaum wird in die Gestaltung integriert. Die Podestlandschaft wirkt als attraktiver Auftaktbereich für Besucherinnen, die aus Richtung des geplanten Parkhauses kommen.

La Baule Platz – Grüner Treffpunkt mit Pergola

Der angrenzende La Baule Platz wird durch eine berankte Pergola mit Holzlamellen und Kletterpflanzen aufgewertet. Darunter entstehen neue Sitzbereiche für Gastronomie und Freizeit. Auch der Boule-Platz wird reaktiviert. Der Bereich bleibt für Anlieger befahrbar, wird aber stärker begrünt und verkehrsberuhigt.

Urbano Giardino – Urban Gardening im Zentrum der Stadt

Im Norden des Geländes wird ein Urban Gardening-Bereich mit barrierefreien Hochbeeten, Rankstrukturen und Werkbänken realisiert. Dieser Bereich fördert gemeinschaftliches Gärtnern, Lernen und ökologische Bildung. Ergänzt wird das Ensemble durch den „Monte Vino“, eine kleine Weinterrasse mit Reben, die in Anlehnung an die italienische Partnerstadt „Albano Laziale“ angelegt
wird.

Urban Biotop – Grüner Rückzugsraum mit ökologischer Funktion

Im Süden entsteht ein naturnaher Grünraum mit blühfreudiger Bepflanzung, Bestandsbäumen, Insektenhotels, Nistkästen und einem Biosphärenregal mit Informationen zum Bliesgau. Eine Rampe sowie eine neue Treppenanlage verbessern die fußläufige Anbindung zur Innenstadt.

Barrierefreiheit und Mobilität

Alle Flächen werden barrierefrei erschlossen. Neue Rampen, barrierefreie Wege, Fahrradabstellplätze und taktile Leitsysteme gehören ebenso zum Konzept wie die Umwandlung der Fruchthallstraße in eine verkehrsberuhigte Zone mit Shared-Space-Charakter.

Nachhaltigkeit & Ressourcenschonung

Großer Wert wird auf ökologische Bauweise gelegt: Versickerungsfähige Beläge, Wiederverwendung von Materialien (z. B. Granitblockstufen und Sandsteintische), Entsiegelung, Regenwassernutzung über Zisterne und die bewusste Auswahl heimischer Pflanzenarten stärken die Umwelt- und Klimaverträglichkeit der Maßnahme.

    Ausblick

    Die Bauarbeiten zur Umfeldgestaltung der Hohenburgschule starten im August 2025. Die Fertigstellung ist bis Ende 2026 vorgesehen. Ziel ist es, einen attraktiven, nachhaltigen und integrativen Stadtraum zu schaffen, der Homburg um einen zentralen Ort der Begegnung, Bewegung und kulturellen Teilhabe bereichert.

     
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