Imweiler Wies Oberthal

  • Auftraggeber

    Gemeinde Oberthal

  • Standort

    Oberthal

  • Planungsumgriff

    7.300 m²

  • Vergabeart

    Mehrfachbeauftragung, 1. Platz

  • Projektstart

    2015

  • Fertigstellung

    2019

  • Leistung

    Objektplanung Lph 1-8

Imweiler Wies Oberthal

Revitalisierung zum Naturerlebnisraum

  • Projektdaten
    • Auftraggeber

      Gemeinde Oberthal

    • Standort

      Oberthal

    • Planungsumgriff

      7.300 m²

    • Vergabeart

      Mehrfachbeauftragung, 1. Platz

    • Projektstart

      2015

    • Fertigstellung

      2019

    • Leistung

      Objektplanung Lph 1-8

    Das Areal der Imweiler Wies wird im Zuge der Errichtung eines Hochwasserdammes und der Verlegung des Imweiler Baches landschaftlich aufgewertet und für Besucher und Einheimische erleb- und erfahrbar gemacht. Kern des Projektes ist ein Fuß- und Radweg, der den stark frequentierten Wendelinusradweg im Westen mit dem östlich der Imweiler Wies gelegenen Ortszentrum Oberthals verbindet. Prägendes Element ist das mit dem Weg verlaufende „Rote Band“, welches als ein Zitat auf die Landschaftshistorie zu verstehen ist, und eine einseitige Baumallee, die ergänzend zum Roten Band als fernwirksame Orientierung und Leitfaden dient. Durch taschenförmige Aufweitungen unter verschiedenen Leitthemen wird der Landschaftsraum Imweiler Wies zum Treff- und Anlaufpunkt für Jung und Alt. Das Naturerlebnis “Imweiler Wies” endet in einer neuen grünen Mitte Oberthals, welche durch die Realisierung eines Wassergartens technische Hochwasserschutzmaßnahmen mit einer infrastrukturellen Ortskernstärkung und einer ansprechenden Freiraumgestaltung zu einem ortsbildprägenden Gesamtgefüge vereint.

      Die Wies

      Die Imweiler Wies ist eine durch die Landschaftskultivierung gewachsene Grünzunge, die sich von der westlichen Bahnhofstraße nach Osten hin zum ehemaligen Areal Weber und damit unmittelbar zum Ortskern Oberthals erstreckt. Landschaftsgestalterisch bisher eher unscheinbar, ist die Wies aus naturschutzfachlicher Sicht allerdings zum Schutz heimischer Feuchtbiotope von großer Bedeutung. Eine historische Luftbildaufnahme zeigt, dass diese grüne Zone ehemals über den Ortskern hinweg, in direkter Verbindung zum heute größtenteils bebauten Grünraum „im Brühl“ stand und somit eine zusammenhängende landschaftlich geprägte Freiraumachse von West nach Ost bildete. Mit der Realisierung unseres Landschaftsbandes aus geschwungener Baumachse, dem Fuß- und Radweg und dem spurweisenden Element des Roten Bandes wird dieser Naturraum nachhaltig bewahrt und auf behutsame Weise zum Naturerlebnisraum revitalisiert.

      RötelabbauReisewagen der RötelkrämerRötelkrämerkirmes

        Allein die Oberthaler gelten heute noch als die Rötelkrämer.

        (Karl Heinz Klein in "Der Rötel. Das Rot der Erde")

        Der Rötel

        Rötel ist ein rotbrauner, stark eisenoxidhaltiger Tonstein, der vor allem im Saarland, in der Schaumberg-Region und im oberen Bliestal vorkommt. Er tritt in Schichten, Lagen und in Knollen (sog. „Nestern") auf und wurde größtenteils im Tagebau gewonnen. Neben dem Abbau befassten sich einige Ortschaften mit dem Vertrieb, aber allein die Oberthaler gelten heute noch als „Die Rötelkrämer". Der im Winter gewonnene Rötel wurde im Frühjahr zusammen mit Ehefrauen und Kindern auf die mit Eseln oder Pferden bespannten Fahrzeuge geladen, um dann auf Handelsfahrt durch halb Europa zu gehen. Pünktlich zum zweiten Wochenende im September waren dann alle Rötelkrämer wieder zu Hause angekommen und feierten ein großes, frohes Fest, die Oberthaler Esels- oder Rötelkrämerkirmes. Dieses Festdatum hat bis heute Bestand. (aus "Der Rötel. Das Rot der Erde", Karl Heinz Klein)

          Das Rote Band

          Rötel fand vielseitige Verwendung: Unter anderem diente er als wasserabweisender Schiffsplankenanstrich, als rote Farbbeimischung zur Verschönerung von Hausanstrichen und Tontöpfen und war bis Ende des 19. Jahrhunderts besonders in der Kunst sehr beliebt. Um diese Tradition fortzuführen und insbesondere an den röteltypischen, orangeroten Farbton zu erinnern, entwickelten wir die Idee des Roten Bandes, eines spurweisenden Betonsteins mit eisenoxidhaltigem Farbzuschlag, der den neu entstandenen Fuß- und Radweg auf der kompletten Strecke durch die Imweiler Wies (ca. 760 m) begleitet. Im Bereich der Platztaschen in der Wies und im Areal Weber schwingt sich das Rote Band vom bodenbündigen Einfassungsstein in die 3. Dimension zu Sitzelementen und den beiden Rahmenelementen "Landschaftsfenster" und "Wiesenschaukel" auf.

          Jahrelang wurde gegrübelt, geplant, bis ins Detail getüftelt an dem größten Projekt in Oberthal.

          (Stephan Junk, Bauamt Gemeinde Oberthal)

            Auf die Schaukel, fertig, los...

            …könnte es nach der Fertigstellung des 2. Bauabschnittes im Spätsommer 2019 heißen! Das Rote Band nahm bereits im Jahr 2018 Gestalt an und schlängelt sich seither begleitend zum Fuß- und Radweg durch die Wies. Besonderes Highlight bilden in einer Verweilzone die beiden Rahmenelemente, die Wiesenschaukel und das Landschaftsfenster, die in Präzisionsarbeit per Kran angeliefert und eingebaut wurden.