Bliesterrassen Neunkirchen

  • Auftraggeber

    Kreisstadt Neunkirchen

  • Standort

    Neunkirchen/Saar

  • Planungsumgriff

    6.400 m²

  • Projektstart

    2012 (Rahmenplanung)

  • Fertigstellung

    1. BA 2017, 2. BA 2019 (geplant)

  • Leistung

    Rahmenplanung Lph 1-2, 1. BA Objektplanung Lph 3-8, 2. BA Objektplanung Lph 3-9

Bliesterrassen Neunkirchen

Erlebbare Stadtlandschaften

  • Projektdaten
    • Auftraggeber

      Kreisstadt Neunkirchen

    • Standort

      Neunkirchen/Saar

    • Planungsumgriff

      6.400 m²

    • Projektstart

      2012 (Rahmenplanung)

    • Fertigstellung

      1. BA 2017, 2. BA 2019 (geplant)

    • Leistung

      Rahmenplanung Lph 1-2, 1. BA Objektplanung Lph 3-8, 2. BA Objektplanung Lph 3-9

Foto: Erich MüllerFoto: Yvonne DaubeFoto: Yvonne DaubeFoto: Yvonne DaubeFoto (links): Yvonne Daube

    Eine zentrale Maßnahme des Handlungsprogrammes City-Nord der Kreisstadt Neunkirchen ist die Gestaltung der Bliesterrassen. Das Projekt stellt das Rückgrat der geplanten Aufwertung des gesamten Innenstadtareals dar. Als Ziele gelten die Verbesserung der Verbindung zwischen einzelnen Bereichen der Innenstadt, die ökologische Aufwertung des Flusslaufes und die Steigung der Wohnumfeldqualität für Bewohner durch die Erlebbarkeit der Blies. Das Konzept erstreckt sich über einen 800 m langen Abschnitt des Flusses. Der damit verbundene Transformationsprozess soll stadtgeschichtliche Spuren freilegen und ein zeitgemäßer Impuls zur Optimierung und Belebung des innerstädtischen Lebens werden. Im Kernbereich führt der Blick von einer großzügigen Sitzstufenanlage über eine breite Wasserfläche hinüber zur Bliesbühne. Die Rekonstruktion des historischen Geländeniveaus erlaubt die Ausformulierung dieser neuen Uferlinie.

    Seufzerallee und Hahnenbalken

    Die bewegte Geschichte der Blies im Siedlungsraum Neunkirchens ist eine von stetigem Wandel gezeichnete Entwicklung. Mit dem landschaftlichen Erscheinungsbild des mäandrierenden Flusslaufs war es mit Anbeginn der Industrialisierung vorbei. Ferner wurde mit der Begradigung der Blies eine Degradierung im Sinne der Biodiversität vorgenommen und der fischreiche Flusslauf zum Schmutzkanal umgewidmet. Letztmalig litt die Aufenthaltsqualität der Bliesaue nach dem 2. Weltkrieg als der Festplatz mit Brunnen und Musikpavillon sowie die sogenannte „Seufzerallee“ und der „Hahnenbalken“ aus dem Stadtbild und damit aus dem Sprachgebrauch verschwanden. Diese von Kriegsschutt überdeckte historische Ebene gilt es wieder als Bliesterrasse freizulegen.

      Ausgangssituation

      Vor der Verlagerung hat die Fläche südlich der Blies als zentraler Omnibusbahnhof gedient. Die Höhendifferenz zur Blies resultiert aus der künstlichen Aufschüttung der Lindenallee aus den Trümmern des 2. Weltkriegs. Zuvor gehörten diese Flächen zu den Bliesauen und wurden auch als Festwiese genutzt.

      Im gesamten Planungsgebiet war die Uferböschung fest ausgepflastert. Ablagerungen ließen die Topografie der Flussaue unregelmäßig erscheinen, jedoch waren an verschiedenen Stellen immer wieder die Pflastersteine zu erkennen. Das Flussbett war in seinem starren Korsett begradigt, beidseitig begleitet durch niedrige befestigte Böschungsufer und zum Teil steil bis zu den Fußgängerbereichen ansteigende Böschungen. Der Bliesabschnitt zwischen Lübbener Platz und Brückenstraße war dabei der am stärksten überformte Bereich im Verlauf des Gewässers in Neunkirchen. Die Bebauung grenzt hier unmittelbar an den Flusslauf, die Bliespromenade ragt mit ihren Stützen stellenweise bis zu ca. 4,50 m an das Flussbett heran.

        Städtebaulicher Rahmenplan + Entwurfsplanung

              Die Blies ist auf dieser Strecke kein Fluss mehr, …und man darf hoffen, dass es der Technik einmal gelingt, hier klärend zu wirken.

              Bernhard Krajewski, Direktor der Volksschule Neunkirchen,1955 anlässlich der Begradigung der Blies

                  Phasen der Öffentlichkeitsbeteiligung

                  Wie bei öffentlichen Projekten dieser Dimension notwendig, wurde die Neunkircher Bürgerschaft in mehreren Phasen über den Stand der Planung informiert und eingebunden. Neben Präsentationsterminen für Stadtrat und Öffentlichkeit und gemeinsamen Ortsbegehungen wurde der Partizipationsprozess mit der Errichtung eines Infocontainers am Lübbener Platz und der Durchführung einer Bürgerinformation an die Neunkircher herangetragen.

                  Im Beisein des saarländischen Innenministers, Herrn Bouillon, und Oberbürgermeister Jürgen Fried startete das ambitionierteste Freiraumprojekt der Neunkircher Nachkriegsgeschichte schließlich am 17. Juni 2015. Symbolisch wurde neben dem obligatorischen Spatenstich auch eine Flaschenpost in die Blies befördert.

                  Es ist die größte Stadtentwicklungsmaßnahme der vergangenen Jahre. Ein Schlüsselprojekt, welches die neue Urbanität und die Lebensqualität befördern wird.

                  Jürgen Fried, Oberbürgermeister der Stadt Neunkirchen, im Oktober 2016

                        Fertigstellung des 1. Bauabschnitts und Übergabe an die Öffentlichkeit

                        Bei schönem Herbstwetter folgten zahlreiche Neunkircher BürgerInnen der Einladung der Stadtverwaltung, um im Rahmen eines kleinen Festes und zu den Klängen der Blies-Blues-Band das neu gestaltete Ufer in Besitz zu nehmen. In ihren Grußworten lobten sowohl Herr Oberbürgermeister Fried als auch Herr Minister Jost die größte Stadtentwicklungsmaßnahme der vergangenen Jahre in Neunkirchen, welche neue Urbanität und eine verbesserte Lebensqualität in die City bringt.

                        Rund anderthalb Jahre hat es gedauert, um das Nordufer der Blies zwischen Lübbener Platz und der Willy-Brandt-Brücke umzugestalten und von einem nicht zugänglichen Unort zu einem Anziehungspunkt zu verwandeln und damit zurück in das öffentliche Bewusstsein zu bringen.