BürgerMitte Baesweiler

  • Auftraggeber

    Stadt Baesweiler

  • Partner

    architecture + aménagement s.a.

  • Planungsumgriff

    4.000 qm

  • Verfahren

    Realisierungswettbewerb (1. Preis)

  • Projektstart

    2023

  • Fertigstellung

    2025

  • Leistung

    LPH 1-9

BürgerMitte Baesweiler

  • Projektdaten
    • Auftraggeber

      Stadt Baesweiler

    • Partner

      architecture + aménagement s.a.

    • Planungsumgriff

      4.000 qm

    • Verfahren

      Realisierungswettbewerb (1. Preis)

    • Projektstart

      2023

    • Fertigstellung

      2025

    • Leistung

      LPH 1-9

WETTBEWERB

Leitidee des Wettbewerbsbeitrages, der 2018 mit dem Architekturbüro architecture + aménagement s.a. erarbeitet wurde, war es, mit der Sanierung und der Erweiterung des Rathauses Baesweiler nicht nur eine neue Verwaltung in einem interessanten städtischen Kontext zu schaffen, vielmehr entsteht eine neue Bürgermitte. Das vorgeschlagene Konzept reagierte auf die vielfältigen Anforderungen hinsichtlich der innerstädtischen Situation, der Nachverdichtung und einer neuen Wegeführung im heterogenen Umfeld, sowie der inhaltlichen Anforderungen an den Neubau als Teil eines interdisziplinären Verwaltungszentrums.

Kerngedanke des Entwurfs war die Einbindung des Bestandsgebäudes aus den 1970er Jahren in ein gesamtheitliches Konzept mit zwei kompakten, effizienten und nachhaltigen Volumen, die durch einen transparenten Verbindungsbau zentral erschlossen werden. Die resultierende städtebauliche Neuordnung verleiht dem Rathaus eine eindeutige Adresse. Es werden außenräumliche Situationen, Plätze und Blickachsen geschaffen, welche hochwertige Stadträume für Baesweiler definieren.

STÄDTEBAULICHER KONTEXT DER PLANUNG UND REALISIERUNG

Mit der Neuordnung und Erweiterung des Rathauses bot sich der Stadt Baesweiler die Möglichkeit, ihr administratives Zentrum nicht nur funktional zu modernisieren, sondern auch städtebaulich neu zu positionieren. Das Rathaus sollte künftig stärker als identitätsstiftender Mittelpunkt wahrgenommen werden und als verbindendes Element zwischen Innenstadt, Volkspark, Kita und angrenzenden Quartieren wirken.

Auf Grundlage des Integrierten Handlungskonzeptes (ISEK) Innenstadt wurden bestehende Defizite im öffentlichen Raum analysiert: fehlende Aufenthaltsqualitäten, geringe Vernetzung der Freiräume, mangelnde Barrierefreiheit sowie eine unzureichende gestalterische Präsenz des Rathauses im Stadtraum. Ziel war es daher, eine neue BürgerMitte zu entwickeln, die diese Missstände behebt und zugleich einen Ort für Begegnung, Veranstaltungen und alltägliche Nutzung schafft.

Der Freiraum darf dabei nicht als profane Ergänzung zum Gebäude verstanden werden, sondern er ist gleichwertiger Bestandteil des städtebaulichen Gesamtkonzeptes. Er soll Orientierung geben, Identität stiften und den Bürgerinnen und Bürgern einen offenen, einladenden Ort im Herzen der Stadt bieten.

Aus der städtebaulichen Setzung des neuen Rathauses mit zwei versetzten Baukörpern entwickelte sich die Leitidee, den Außenraum von etwa 5.000 m² in zwei klar differenzierte, jedoch miteinander verknüpfte Freiraumtypen zu gliedern: den repräsentativen Rathausplatz im Süden und den grünen, ruhigen Generationengarten im Norden. Diese räumliche Zweiteilung ermöglicht es, unterschiedlichen Nutzungsansprüchen gerecht zu werden und zugleich eine abwechslungsreiche Raumabfolge zu schaffen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vernetzung der umliegenden Freiräume. Die Wegeführung knüpft an den Volkspark an, bindet das Stadtzentrum an und integriert die Kita in das Gesamtkonzept. Gleichzeitig werden die Freiflächen der Kita durch einen ausgewogenen Flächentausch neu organisiert und qualitativ aufgewertet.

Im umgebenden Straßentraum werden die Situationen aus ruhendem Verkehr, Gehwegen und Querungen neu organisiert und im gleichen Materialkonzept gestaltet.

Die Auswahl der Materialien, die Gestaltung der Oberflächen sowie die Pflanzplanung folgen dem Anspruch einer zeitlosen, langlebigen und klimaangepassten Gestaltung. Ziel ist es, einen robusten Freiraum zu schaffen, der den unterschiedlichen Nutzungen gerecht wird und zugleich eine hohe gestalterische Qualität besitzt.

VORPLATZ

Im Planungsprozess wurden funktionale, gestalterische, grünplanerische und soziale Aspekte eng miteinander verzahnt. Der neue Vorplatz strahlt Offenheit, Urbanität und Repräsentanz aus.

Wortwörtliche Grundlage ist eine großzügige, klare Oberfläche aus veredelten Betonsteinplatten in abgestuften Grautönen, die den Farbkontext der Klinkerfassade zurückhaltend aufnehmen und dem Platz eine ruhige, zugleich lebendige Anmutung verleihen. Ein zusätzlich ergänztes Fontänenfeld, ein prägnanter Solitärbaum sowie ein Pocket-Garden mit Sitzmöglichkeiten im Bereich der Bushaltestelle schaffen Aufenthaltsqualität und laden zum Verweilen und Pausieren ein. Hochgrün in großformatigen, mobilen Pflanzkübeln sorgt für zusätzliche Belebung ohne begrenzend zu wirken. Der Platz ist so dimensioniert und gestaltet, dass er sowohl im Alltag als auch bei Veranstaltungen, Festen und Märkten flexibel genutzt werden kann.

    GENERATIONENGARTEN

    Der Generationengarten setzt als grünes Kleinod einen wohltuenden Gegenpol zur Urbanität des Vorplatzes. Er wurde als terrassierter, grüner Erlebnisraum als Ort der Erholung, Teilhabe und Begegnung umgesetzt. Barrierefreie Wege führen durch unterschiedlich gestaltete Gartenbereiche, vorbei an Hochbeeten für Urban Gardening, Spiel- und Bewegungsangeboten sowie ruhigen Aufenthaltszonen. Durch die teilweise abgesenkten Wege entstehen erhöhte Pflanzflächen, die auch für Rollstuhlfahrer gut erlebbar sind und einen wichtigen Beitrag zur Inklusion leisten.

    Die Pflanzkonzeption aus vielfältigen Stauden, Gräsern, Sträuchern, Obstgehölzen und Hochstämmen sorgt für jahreszeitliche Abwechslung, ökologische Vielfalt und ein angenehmes Mikroklima. Ergänzt wird das Freiraumkonzept durch eine einheitliche Möblierung, klare Materialkontraste in Anthrazit- und Grautönen sowie ein abgestimmtes Beleuchtungskonzept, das Sicherheit bietet, ohne den Raum zu überinszenieren.

       
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